«Man hat keinen Pioniergeist mehr»

Von Energie Liga / 14.07.2026
Seit fast drei Jahrzehnten prägt Urs Steiner die regionale Energiewirtschaft. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2018 führte er während vieler Jahre die Elektra Baselland (EBL) mit Sitz in Liestal, engagierte sich als FDP-Landrat und ist heute Verwaltungsratspräsident der IWB. Kurz vor der Übergabe des Verwaltungsratspräsidiums Ende September 2026 blickt er im Videopodcast der Energie Liga auf eine Branche zurück, die sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat.
Steiner erzählt von einer Zeit, in der Photovoltaik, Energieeffizienz und Gebäudesanierungen selbst in bürgerlichen Kreisen noch als Nischenthemen galten. Er spricht über unternehmerischen Mut, grosse Risiken und ein Solarkraftwerk in Spanien, das die EBL weit über das Baselbiet hinaus bekannt machte. Ein Projekt, das heute wohl kaum mehr in Angriff genommen würde, weil hohe Anforderungen an Rendite, langwierige Bewilligungsverfahren und wachsende Unsicherheiten viele Ideen bereits im Ansatz bremsen. Für Steiner ist genau dieser unternehmerische Pioniergeist heute weitgehend verloren gegangen – eine Entwicklung, die Innovationen zunehmend erschwert.
Im Gespräch mit Christine Frey, Präsidentin der Energie Liga, und Michael Köhn richtet sich der Blick aber vor allem nach vorne. Welche Formen der Energieproduktion sind für die Schweiz tatsächlich realistisch? Wie gross darf die Abhängigkeit vom Ausland sein? Welche Rolle spielen Kernenergie, Wasserkraft, Solarenergie, Geothermie und neue Speichertechnologien? Und weshalb entscheiden nicht nur politische Ziele über den Erfolg der Energiewende, sondern ebenso Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und die praktische Umsetzbarkeit?
Ein persönliches Gespräch über Pioniergeist, politische Verantwortung und die Frage, wie die Schweiz auch künftig über genügend, sichere und bezahlbare Energie verfügen kann.


