top of page

Versorgungssicherheit statt Zwangspolitik

Autorenbild: Energie Liga
Energie Liga
31. Juli
4 Min. Lesezeit

Von Energie Liga / 26.03.2026




Genug Strom, weniger Zwang

Im aktuellen Podcast sprechen Christoph Buser und Christine Frey über die Fragen, die in der Energiepolitik jetzt zählen: die energiepolitische Weltlage, das Nein zur Solarinitiative vom 8. März, die Abstimmung vom 14. Juni zur Initiative «Energiepolitik nur mit der Bevölkerung» und die Initiative «Genügend und bezahlbare Energie: Mit einer positiven Energievision in die Zukunft». Im Kern geht es um Versorgungssicherheit, Eigentum, Mitsprache und die Frage, woher künftig genügend Strom kommen soll.


Energiepolitische Weltlage

Christoph Buser ordnet die internationale Lage nüchtern ein. Solche Turbulenzen gebe es immer wieder. Entscheidend sei, nicht in Hektik zu verfallen. «Wichtig ist nicht Hektik, sondern Augenmass», sagt Christoph Buser. Für Christoph Buser braucht die Schweiz vor allem Verlässlichkeit, Planbarkeit und Rahmenbedingungen, die nicht dauernd wechseln. Für ihn ist nicht die Energiewende an sich die Frage, sondern das Tempo und die Massnahmen.


Christine Frey ergänzt die Sicht aus dem Alltag. «Nicht nur die Kosten beschäftigen die Leute, sondern auch die Verlässlichkeit», sagt Christine Frey. Gerade alles, was direkt ins Portemonnaie gehe, werde sofort gespürt. Für Christine Frey zeigt sich daran, dass Kosten und Verlässlichkeit wieder stärker in den Fokus rücken müssen. Dazu gehört für sie auch eine offene Debatte über den Strommix. Christine Frey sagt es direkt: «Wie wird verlässliche Energie produziert? Das sind Atomkraftwerke.»


Auch im Grundsatz sind sich beide einig. «Oberstes Gebot: technologieoffen», sagt Christoph Buser. Christine Frey ergänzt: «Die Energiezukunft ist plural.» Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung braucht verschiedene Standbeine.


Abstimmung vom 8. März: Nein zur Solarinitiative

Für Christoph Buser war das deutliche Nein zur Solarinitiative ein klares Signal. «Wir wehren uns gegen Eingriffe ins Eigentum», sagt Christoph Buser. Für ihn war die Vorlage vor allem deshalb problematisch, weil sie direkt ins Portemonnaie greife und mit Zwang arbeite, obwohl vieles bereits freiwillig gemacht werde. Das Resultat sei deshalb mehr als ein Nein zu einer Einzelvorlage. Es sei auch ein Signal für kommende energiepolitische Abstimmungen.


Christoph Buser kritisiert zudem die Fehlanreize im heutigen System. Wenn mit Subventionen Geld verdient werde und gleichzeitig die Netzkosten für alle stiegen, sei das «falsche Regulierung». Christoph Buser sieht darin ein Grundproblem: Einzelne profitieren, während die Netzkosten am Ende bei den Strombezügern landen.

Christine Frey legt den Fokus auf das Gesamtsystem. Wer über Photovoltaik rede, müsse auch über Netzkosten, Winterstrom, Verfügbarkeit und Effizienz reden. «Die Aufgabe der Politik ist ganzheitliches Denken», sagt Christine Frey. PV für den Eigenverbrauch sei etwas anderes als eine Politik, die mit Rückvergütungen und Subventionen falsche Anreize setze. Genau dort habe die Politik zu lange das Preisschild ausgeblendet.


Abstimmung vom 14. Juni: Initiative «Energiepolitik nur mit der Bevölkerung»

Am 14. Juni geht es um eine Grundsatzfrage: Darf bei Eigentum, Heizungsersatz und Investitionen am Volk vorbei durchregiert werden? Christoph Buser beantwortet das klar. «Energiepolitik mit harten Massnahmen muss vors Volk», sagt Christoph Buser. Und noch grundsätzlicher: «Weitreichende Massnahmen müssen gesetzlich geregelt werden.» Seine Kritik richtet sich gegen eine Praxis, bei der einschneidende Vorgaben über Dekrete beschlossen werden, obwohl sie den Alltag vieler Menschen direkt betreffen.


Christine Frey ergänzt, warum diese Frage politisch so wichtig ist. Aus ihrer Sicht machen starre Vorgaben gerade beim Heizungsersatz keinen Sinn. «Zwang und Vorgaben machen keinen Sinn. Wirtschaftlichkeit regelt immer», sagt Christine Frey. Gerade bei älteren Gebäuden brauche es Augenmass und Einzelfallbetrachtung. Wenn selbst Fachleute Mühe hätten, die geltenden Regeln sauber einzuordnen, laufe etwas grundsätzlich falsch.


Christoph Buser zieht daraus die politische Konsequenz: «Gute Sachen müssen sich durchsetzen, die muss man nicht aufzwingen.» Für Christoph Buser ist die Abstimmung vom 14. Juni deshalb eine Abstimmung über Mitsprache und politische Fairness. Christine Frey macht klar, dass sie die aktuellen Vorgaben als Eingriff ins Eigentum und als Verstoss gegen den gesunden Menschenverstand sieht.


Initiative «Genügend und bezahlbare Energie: Mit einer positiven Energievision in die Zukunft»

Für Christoph Buser geht es bei der Initiative um die eigentliche Schlüsselfrage der Energiepolitik: «Es braucht mehr Strom. Wie kriegen wir genug Strom, verfügbar und günstig?» Für Christoph Buser ist die heutige Politik zu stark auf Verzicht ausgerichtet. Entscheidend sei, dass am Standort genügend Strom zu vernünftigen Preisen vorhanden sei. Nur so bleiben Arbeitsplätze, Investitionen und Innovation möglich.


Christine Frey sagt, die heutige Energiepolitik sei zu stark auf Verzicht und Vorgaben ausgerichtet. Zu wenig werde gefragt, was Wohlstand sichert, den Standort stärkt und was Massnahmen am Ende kosten. Christine Frey kritisiert, dass oft Ziele beschlossen werden, ohne offen über Massnahmen und Preisschild zu reden. Ihre Antwort darauf ist klar: Die Energiezukunft braucht verschiedene Standbeine und mehr Realismus.


Christoph Buser und Christine Frey setzen damit denselben Akzent. Christoph Buser betont die wirtschaftliche Seite: Zu teure Energie bremst Innovation und Investitionen. Christine Frey betont die politische Seite: Energiepolitik muss Versorgung, Wohlstand und Standort stärken.


Fazit

Christoph Buser und Christine Frey machen die Frontlinie der aktuellen Energiepolitik klar: hier Versorgungssicherheit, Mitsprache, Technologieoffenheit, das richtige Tempo und ein ehrlicher Umgang mit dem Preisschild, dort Zwang, Überregulierung und politische Detailsteuerung am Volk vorbei. Christoph Buser bringt es auf den Punkt: «Energiewende wollen wir alle, aber wenn man zwingt, geht es nicht.» Christine Frey betont, dass Energiepolitik verlässlich, wirtschaftlich und realistisch sein muss.

bottom of page